SEO Strategie: Mit Themen-Cluster Siloing dominieren Sie die SERPs

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Nam Kha Pham - 11 Min. Lesezeit

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Der mit Abstand wichtigste Ranking-Faktor ist der Inhalt einer Webseite. Wer bei den SERPs (Search Engine Result Pages, Suchergebnisseiten), auf den Top-Plätzen landen möchte, sollte dem Prinzip „Content is King“ folgen. Damit Google und die anderen Suchmaschinen den Inhalt richtig lesen und verstehen können, sollten die Seiten strukturiert dargestellt werden. Die Lösungen sind: gutes Keywording, relevante Themen-Cluster und ein sauberes Siloing (Nam Kha Pham, ago).

Texte verständlich und holistisch verfassen

Die häufigste Frage bei der Suchmaschinenoptimierung: Muss SEO (Search Engine Optimization, Suchmaschinenoptimierung) -Text für Google umgeschrieben werden? Die Antwort ist ein klares „nein“, denn der Content wird ausschließlich für den Webseitenbesucher geschrieben. Online gelten die gleichen Voraussetzungen wie im Print-Bereich auch. Ein guter Artikel soll die Aufmerksamkeit des Lesers auf sich ziehen, die Fragestellung ganzheitlich (holistisch) beantworten und das Interesse nach weiteren Beiträgen zum Thema wecken.

Veraltet und mittlerweile schädlich ist das Keyword Stuffing, bei dem der Beitrag wortwörtlich mit dem Keyword vollgestopft wird. In den Anfangszeiten der Suchmaschinen war das Maß der Dinge die Keyword-Dichte (engl. Keyword Density), bei der das Verhältnis zwischen Keyword und Text über die gute Platzierung bei den Suchergebnisseiten entschied. Heute sind die Such-Algorithmen so gut, dass ein häufiges Wiederholen des Keywords in den Überschriften und im Text keinen positiven Einfluss hat. Im Gegenteil: Beim Keyword Stuffing werden die Texte in der Regel unlesbar, da als Nebeneffekt eine Hauptsatzparade entsteht – kurze, abgehackte und teilweise nicht zusammenhängende Sätze. Was für den Leser nicht gut lesbar ist, wird von Suchmaschinen auch nicht gut gerankt.

Die Faustregel: Versuchen Sie Ihre Texte so zu schreiben, als würden Sie das Thema bei einem Vortrag einer Gruppe von interessierten Zuhörern verständlich erklären.

Ein gutes Keywording als Basis

Um guten Traffic auf Ihre Seite zu bekommen, brauchen Sie eine gute Keyword-Strategie. Schließlich macht es keinen Sinn, viel Zeit und Geld in Texte zu investieren, die für Ihre Zielgruppe nicht relevant sind oder bei denen die Konkurrenz zu stark ist. Die Suche nach den richtigen Keywords für Ihre Webseite wird als Keywording bezeichnet.

Die größten Chancen auf ein gutes Ranking haben Sie mit Inhalten zu Suchbegriffen, die oft gesucht werden und bei denen die Anzahl der vorhandenen Seite im Internet gering ist. Geben Sie dazu die Suchbegriffe bei der Google-Suche ein und schauen Sie sich die Anzahl der Treffer an. Je geringer die Anzahl ist, desto niedriger ist die Konkurrenz.

Die zweite relevante Zahl ist die Häufigkeit der Suchanfragen pro Jahr, denn sie gibt wieder, wie viele Besucher Sie mit einer guten Platzierung auf Ihre Seite bekommen können. Je größer der Quotient aus dem Suchvolumen pro Jahr und der Konkurrenz ist, desto attraktiver ist das Keyword für Sie.

Leider zeigt der kostenlose Keyword-Planer von Google AdWords (Google Ads) seit längerem keine genauen Suchvolumen mehr an. Stattdessen werden durchschnittliche Suchvolumen in Intervallen wie 100 - 1.000, 1.000 - 10.000 oder 10.000 - 100.000 angezeigt. Mit diesen ungenauen Werten lässt sich ein Keywording nicht mehr erstellen.

Für die Ermittlung des Suchvolumens gibt es inzwischen Alternativen. Eine einfach zu bedienende und kostengünstige Lösung ist der KWFinder. Er gibt für Suchbegriffe nicht nur das monatliche Suchvolumen an, sondern analysiert auch die Mittbewerber. Aus den Ergebnissen wird die Keyword Difficulty (KD) ermittelt, die als Wert zwischen 0 und 100 wiedergegeben wird. Je geringer die Zahl ist, desto einfacher ist es, mit dem Keyword eine gute Platzierung zu erhalten.

Die optimale Strukturierung der Inhalte

Mit Hilfe des Keywordings bestimmen Sie die Keywords, die für Ihre Webseite interessant sind und für die es sich lohnt, hochwertigen Content zu erstellen. Damit Google die Inhalte verstehen und bestimmten Themen richtig zuordnen kann, müssen Sie Struktur in Ihre Seiten bringen. Dazu eignet sich das Siloing-Konzept.

Siloing einfach erklärt

Im Internet gibt es viele unterschiedliche Erklärungsversuche für das Siloing. Die mit Abstand einfachste und verständlichste Darstellung liefert Bruce Clay, der das Ganze mit Hilfe eines Marmeladenglases visualisiert.

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Stellen Sie sich vor, dass Sie ein großes Marmeladenglas mit verschiedenfarbigen Murmeln haben. Nun werden Sie gebeten, aus dem Glas insgesamt drei rote, vier gelbe und zwei blaue Kugeln zu entnehmen. Da die verschiedenen Murmeln durcheinander im Glas liegen, müssen Sie den Inhalt zwangsweise durchwühlen. Deutlich schneller würde es gehen, wenn Sie die verschiedenen Farben in separaten Gläsern aufbewahren. Durch die klare Trennung müssen Sie jetzt nur die benötigte Menge aus verschiedenen Behältern entnehmen. Und genau diese Ordnung mögen Suchmaschinen, denn es erleichtert ihnen das Finden und thematische Einordnen der Inhalte.

Themen-Cluster als Silos darstellen

Warum wird dieser Ansatz der Strukturierung von Inhalten aber als „Siloing“ bezeichnet? Die einfachste, aber nicht ganz ernstgemeinte Erklärung lautet: Würden Sie eine so wichtige SEO-Maßnahme als „Marmeladenglas“-Konzept (engl. „Jar of Jam“) bezeichnen?

Deutlich passender ist der Vergleich mit einem bzw. mehreren Silos. Wikipedia beschreibt ein Silo als Speicher für Schüttgüter wie beispielsweise Zement, Kalksteinmehl, Kunststoffgranulat, Getreide oder Futtermittel. Eine Webseite ist analog dazu nichts anderes als ein großer Speicher für digitale Inhalte jeglicher Art. Würden die Seiten und Bilder durcheinander auf der Seite liegen, dann wäre es für den Besucher deutlich schwieriger, den passenden Inhalt zu finden. Je größer die Seite, desto wichtiger also die Strukturierung der Inhalte.

Ein gutes Beispiel ist Focus Online mit über 950.000 URLs und 3.7 Mio. indexierten Seiten. Ohne eine gute Struktur wären Besucher und die Google Crawler bei der Suche nach relevanten Inhalten überfordert. Werden die Inhalte dagegen virtuell und/oder physikalisch strukturiert, lassen sich User gut durch die Themenwelten navigieren. Schließlich möchte jemand, der sich gerade über die Vor- und Nachteile eine Grippeimpfung informiert, nicht plötzlich auf einer Seite mit den neusten Windows 10 Updates wiederfinden.

Google bevorzugt Spezialisten

Mit dem Siloing lassen sich auf Webseiten also Themen-Cluster strukturiert darstellen. Google und die anderen Suchmaschinen haben das Ziel, für den Suchenden, die besten Ergebnisse zu präsentieren, und bevorzugen daher in der Regel Spezialisten.

Ein einfaches Beispiel: Wer einen gebrauchten Ford Mustang GT sucht, wird auf der Seite eines Ford-Autohändlers mit Gebrauchtwagenbörse und Spezialisierung auf leistungsstarke Sportwagen eher einen Treffer landen als bei einem großen VW-Autohaus mit einem markenunspezifischen Gebrauchtwagenbereich. Der Ford-Händler hat in dem Fall für die Suchmaschinen die höhere Relevanz und erhält die größere Gewichtung auf den Suchergebnisseiten.

Das Ganze würde schon anders aussehen, wenn der VW-Händler auf seiner Seite Themenschwerpunkte setzt und den Suchmaschinen durch geeignete Maßnahmen wie das Siloing mitteilt, dass er im Gebrauchtwagenbereich eine eigene Rubrik für Sportwagen der Marke Ford anbietet und dort die beliebtesten Spotwagenmodelle der Mustang-Serie des amerikanischen Autoherstellers in ausreichender Anzahl präsentiert. Kommen noch Tipps und Tricks z.B. zur Anmeldung eines H-Kennzeichens oder zu günstigen Versicherungen der PS-Boliden dazu, steigen die Relevanz und die Chancen, für diesen Suchbegriff vor dem Ford-Händler zu erscheinen. Der VW-Händler wird mit Siloing ebenfalls zu einem Spezialisten für Ford Mustang GT Sportwagen.

Physikalisches Siloing auf der Webseite

Für das Siloing auf einer Webseite gibt es zwei Ansätze, die miteinander kombiniert werden können und sollten. Beim physikalischen Siloing werden für die Hauptthemen, für die dazugehörigen Unterthemen und Inhaltsseiten entsprechend Verzeichnisse erstellt und darin die HTML-Seiten abgelegt.

Im oben genannten Beispiel könnte die Seite wie folgt lauten:

  • www.ihredomain.de/sportwagen
  • www.ihredomain.de /sportwagen/ford
  • www.ihredomain.de /sportwagen/ford/mustang-gt

Bei WordPress, Drupal oder Typo3 funktioniert das Ganze ein wenig anders. Content Management-Systeme sind in der Regel Datenbank-basiert und generieren die Inhalte der Seite durch das Abrufen der Informationen aus der Datenbank. Die erstellten Seiten, Kategorien und Beiträge erhalten in der Grundeinstellung eine fortlaufende ID und können über die ID angesprochen werden.

Um ein Siloing zu ermöglichen, kommen bei CMS sogenannte Permalinks (sprechende URLs) zum Einsatz. Die URLs mit den IDs werden nach einem bestimmten Schema in lesbare URLs umgewandelt. Bei WordPress können Sie beispielsweise den Titel des Beitrages, der Seite oder der Kategorie für die automatische Generierung der Permalinks nutzen.

Hierarchische Anordnung der Seiten

Beim Siloing kommt es auf die Anordnung der Seiten an. Alle Inhalte in einem Themengebiet sollten hierarchisch angeordnet werden. Die Haupt- und damit wichtigsten Themen der Seite bilden die Kategorien einer Webseite, die im besten Fall auf allen Seiten erreichbar sein sollten. Auf den meisten Webseiten werden die Kategorien daher in der Haupt-Navigation angelegt und sind damit von jeder Seite aus erreichbar.

Bei größeren Themen können Sie auch Unterkategorien bilden, um den Besuchern einen besseren Überblick zu geben. Wichtig: Die Unterkategorien müssen der Hauptkategorie zugeordnet werden, damit sie in der URL-Struktur hinter den Hauptkategorien angezeigt werden.

  • www.ihredomain.de/hauptkategorie/unterkategorie/

Die Beiträge in der Kategorie bzw. in der Unterkategorien folgen der hierarchischen Struktur und werden dahinter gesetzt.

  • www.ihredomain.de /hauptkategorie/unterkategorie/beitrag

Optimale Klicktiefe beachten

In der Theorie können Sie den Unterkategorien ebenfalls weitere Unterkategorien zuordnen und das gleich mehrfach. Mit jeder weiteren Unterkategorie erhöhen Sie jedoch die Klicktiefe der Seite, sodass Inhalte teilweise erst nach vier, fünf oder mehr Klicks erreicht werden. Und genau hier liegt das Problem. Für Google und andere Suchmaschinen spielt die Klicktiefe inzwischen eine wichtigere Rolle als die URL-Struktur an sich. Je schneller ein User zu den relevanten Inhalten kommt, desto besser bewerten Suchmaschinen die Seite. Daher wären Inhalte auf der obersten Ebene und damit mit nur einem Klick erreichbar ideal, was aber der Übersichtlichkeit widerspricht. Die Lösung besteht also in einem Kompromiss: Arbeiten Sie idealerweise mit Hauptkategorien und nur einer Unterkategorie.

Virtuelles Siloing

Beim virtuellen Siloing nutzten Sie die interne Verlinkung der Seiten, um den Suchmaschinen die verschiedenen Themen-Cluster wiederzugeben. Crawler arbeiten nach einem einfachen Prinzip und folgen, ausgehend von einer beliebigen Seite, allen Verlinkungen, die sie auf den Webseiten finden. Mit dem Setzen der richtigen internen Links können Sie die Indexierung der Seiten positiv beeinflussen. Dabei sollten Sie wie folgt vorgehen bzw. folgende Verlinkung ist möglich.

Verlinkung nach unten

  • Verlinken Sie von der Startseite auf die Hauptkategorien
  • Verlinken Sie von einer Hauptkategorie zu den passenden Unterkategorien
  • Verlinken Sie von den Unterkategorien auf alle passenden Seiten

Verlinkung auf der gleichen Ebene

  • Verlinken Sie alle inhaltlich passenden Seiten innerhalb einer Haupt- oder Unterkategorie miteinander
  • Vermeiden Sie Verlinkungen zwischen Seiten in unterschiedlichen Haupt- und Unterkategorien
  • Vermeiden Sie Verlinkungen zwischen Unterkategorien, die nicht zur gleichen Hauptkategorie gehören

Verlinkung nach oben

  • Verlinken Sie Seiten mit der darüberliegenden Unterkategorie und der Hauptkategorie
  • Verlinken Sie Seiten in der letzten Ebene mit beliebigen Hauptkategorien

Mit einer internen Verlinkung erzielen Sie das virtuelle Siloing und können Suchmaschinen Ihre Inhalte strukturiert darstellen. Idealerweise kombinieren Sie virtuelles mit einem physikalischen Siloing, in dem Sie die Inhalte entweder in dem dazu passenden Verzeichnis ablegen oder durch die Verwendung von Permalinks (sprechenden ULRs) die Themen-Cluster darstellen. Keywording, Themen-Cluster und Siloing sind wichtige Hilfsmittel, um den richtigen Content Ihren Webseitenbesuchern zugänglich zu machen, zu produzieren und der Suchmaschine optimal zu präsentieren. SEO und Print publizieren haben eigentlich vieles gemeinsam ...

 

Wie Ihr Content Marketing mit den richtigen strategischen Überlegungen wirksam werden kann, erfahren Sie übrigens in unserem Grundlagenartikel „Wie Sie mit nützlichen Inhalten qualitativ hochwertige Leads generieren“.

Und im Blog-Beitrag SO BAUEN SIE SICHTBARKEIT & EXPERTISE MITHILFE EINES THEMEN-HUBS AUF lesen Sie, wie Sie mittels einer ganzheitlichen Wissensplattform die Fragen online suchender Nutzer adressieren: Der Content Hub wird auch aufgrund seiner Informationsarchitektur von Google hochgeschätzt ... 

Themen: Inbound Marketing, Media Journey, datengetriebenes Marketing, Content, Content Marketing, Content Hub, Inbound, Owned Media, Content-Strategie, SEO


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